Aug 13
Pressespiegel 250px-150x150 in Dokumentation zu DOKVILLE 2009 erschienen

Pressespiegel (40 MB, Pdf)

Sie wollen das Echo der Journalisten auf unseren Branchentreff DOKVILLE 2009 nachlesen? Auf 20 Seiten haben wir die Artikel zum zweitägigen Festival im Juni und zum Deutschen Dokumentarfilmpreis gesammelt. Unser Pressespiegel, den Sie sich auf dieser Seite in digitaler Form herunterladen können (ca. 40 MB im Pdf-Format) enthält die wichtigsten Berichte und Kommentare aus Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, der Taz, der Stuttgarter Zeitung, der Zeit, der Stuttgarter Nachrichten und etlichen Branchen-Fachzeitschriften. Hier herunterladen

In Produktion befindet sich derzeit auch die umfangreiche Dokumentation des diesjährigen Branchentreffs. Dieser wird von den Autoren und der Redaktion derzeit editiert und vermutlich im Herbst erscheinen. Wir informieren Sie gerne über das Vorliegen dieses hochwertigen Druckwerkes.

Aus den vergangenen Jahren sind über das Haus des Dokumentarfilms noch die Dokumentationen aus den Vorjahren erhältlich. Wenn Sie an einer der Broschüren interessiert sind, dann schicken Sie bitte Ihre Bestellung an info@dokville2009.de. Wir geben Restbestände dieser interessanten Sammlungen kostenlos an Interessenten ab. Bitte nennen Sie uns Ihre Anschrift, damit wir Ihnen die jeweilige Dokumentation zusenden können.

Dokville Broschueren in Dokumentation zu DOKVILLE 2009 erschienen

Die Dokumentationen zu Doville 2006 bis 2008 sind noch kostenlos beim Haus des Dokumentarfilms erhältlich.

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Aug 12

Eindrücke vom diesjährigen Branchentreff DOKVILLE 2009

Die ökonomischen Bedingungen des Medienmarktes sind im Umbruch. Dies gilt ebenso für den Dokumentarfilm. Neue Marktbedingungen und -strategien erwiesen sich als das zentrale Themen des diesjährigen Branchentreffs DOKVILLE. Ein Modell könnten die „terms of trade“ aus England sein. Dort erreichte der Produzentenverband, dass das Fernsehen lediglich die Ausstrahlungsrechte für einen beschränkten Zeitraum erwirbt, während alle anderen Rechte beim Produzenten verbleiben, der sich wesentlich intensiver um ihre Verwertung kümmert als die Sender bisher. Der Produzent Alex Graham erläuterte, wie erfolgreich dies Modell ist und dass die Sender nach anfänglicher Skepsis inzwischen gut damit leben könnten. Sie bekommen die Programme günstiger, werden an der Verwertung prozentual beteiligt und finanzstarke Produzenten würden in die Entwicklung von interessanten Stoffen investieren. Eine Paneldiskussion mit dem SWR-Intendanten und jetzigem ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust, dem Hauptgeschäftsführer der Allianz Deutscher Produzenten Christoph Palmer und dem Produzenten Thomas Kufus, originell moderiert vom Produzenten Christian Bauer, machte deutlich, dass auch bei uns über neue Modelle verhandelt wird – bisher leider ohne direkte Beteiligung der AG DOK.

Das Beispiel Österreich zeigt, dass das Desinteresse des Fernsehens am Dokumentarfilm zu einer Stärkung seiner Position im Kino führen kann. Sieht man einmal von Ausreißern wie „Unsere Erde“ mit 3,5 Mio. Besuchern ab – die Produktion stellte Michael Henrichs von Greenlight Media vor –, hat es der Dokumentarfilm im Kino in Deutschland eher schwer und erreicht trotz umfangreicher Medienberichterstattung oft nur 10.000 Besucher, wie Stefan Paul vom Arsenal-Verleih berichtete; er setzt auf Events und regionale Auswertung. Wie schwierig die Finanzierung einer internationalen Koproduktion sich in der Praxis gestalten kann, machte Carl-Ludwig Rettinger deutlich, denn viele der Förderungen und ihrer Modalitäten orientierten sich am Spielfilm, beispielsweise wenn die Dreharbeiten erst nach erfolgter Zusage beginnen dürfen.

Wie wichtig das dramaturgische Konzept ist und der Stil, in dem die Geschichte erzählt wird, machte gleich zu Beginn Regisseur Andres Veiel deutlich. In der anschließenden Podiumsdiskussion war man sich schnell einig, dass man mit klassischen Zwei- und Dreiakt-Dramaturgien nicht weit kommen würde, sondern beim Dokumentarfilm originelle Ansätze und offene Formen wählen sollte, wenn dies das Material und das Thema nahe legt. Denn die Zuschauer emotional zu berühren und starke Geschichten zu erzählen, macht letztlich den Erfolg des Dokumentarfilms am Medienmarkt aus.

Kay Hoffmann (Haus des Dokumentarfilms)

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Jul 24
Peter Krieg 1-300x199 in Dokumentarfilmer Peter Krieg gestorben

Peter Krieg

Im Alter von 61 Jahren ist der berühmte deutsche Dokumentarfilmer Peter Krieg am 22. Juli an den Folgen einer schweren Operation verstorben. Krieg, der als Wilhelm Gladitz in Schwäbisch Gmünd geboren wurde, gelang Anfang der achtziger Jahre der Durchbruch mit seinem Film „Septemberweizen“ – einem Meilenstein des Dokumentarfilms. Dieser Film über die Ursachen des Hungers in der Dritten Welt und dem Eingriff der Industrienationen in den globalen Handel mit Nahrungsmitteln wurde unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis und mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet.

Der zuletzt in Berlin lebende Filmer, Produzent und Autor thematisierte in seinen Werken immer wieder Ursachen und Folgen von Ausbeutung in den Entwicklungsländern. Ihn schreckte es nicht, Fehlentwicklungen in ökonomischen und politischen Systemen zu benennen. In dem Film „Flaschenkinder“ (1976) legte er sich mit dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé an. In „Addio Afrika?“ (1993) forderte er einen radikale Umkehr in der Entwicklungshilfe, die die eigentliche Ursache der Armut in Afrika sei. Unbequem war auch seine Auseinandersetzung mit dem Vaterland und dem eigenen Vatersein in dem viel diskutierten Film „Vaters Land“ (1986).

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Peter Krieg

Als einen „herausragend innovativen Dokumentaristen“ hat Wilhelm Reschl, Geschäftsführer des Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart, den verstorbenen Krieg gewürdigt. Der seit Mitte der neunziger Jahre nur noch gelegentlich als Produzent und Buchautor tätige Filmer hatte einen seiner letzten großen Auftritte im Juni 2008 in Ludwigsburg beim Dokumentarfilmfestival Dokville. „Peter Kriegs Eröffnungsvortrag hat die Filmemacher im Saal so überrascht, dass sie nicht einmal zu einer Diskussion fähig waren.“ erinnert sich Reschl an Kriegs Auftritt, der zum Höhepunkt des Branchentreffs wurde.

Peter Krieg war – vielleicht als eine Folge seiner langjährigen Beschäftigung mit übermächtigen Systemen – auch ein Meister der Ironie. Bei Dokville 2008 formulierte er: „Die romantische Vorstellung vom freien und unabhängigen Dokumentarfilmer passt einfach nicht mehr in unsere moderne europäische Medienlandschaft.“ Und er forderte doch genau das Gegenteil: den Mut zur Kritikfähigkeit und ein System der Freizügigkeit, das es Filmemachern ermöglicht, ihre Themen zu realisieren ohne von politischen Systemen reglementiert zu werden.

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Publikum überrascht

Hier war Peter Krieg am Ende wohl wieder bei sich selbst angelangt. Entwicklungshilfe für den Film – auch hier vermutete er eine subtiles System der Ausbeutung. Der komplette Beitrag von Peter Krieg „Auswilderung eines Dokumentaristen“ kann hier in unserem Angebot nachgelesen werden.

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